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Goffinkakadu "Chico" (Foto: R. Gantenbein, 2012)

Volierenbesucher kennen mich bestimmt. Ich bin Chico und lebe schon über 20 Jahren hier in der Voliere Seebach. Heute geniesse ich in meinem sicheren Zuhause die Streicheleinheiten die ich von meinem Betreuer Peter Gantenbein bekomme und die vielen kleinen und grossen Besucher die sich mit mir durchs Gitter unterhalten. Seit einer Weile habe ich hier einen neuen Freund bekommen mit Nicki auch einem Goffinkakadu.

Ich selber bin ein Goffinkakadu (Cacatua goffiniana) und komme aus Indonesien. Dort habe ich gelebt, bis mich in den 80er Jahren eine Schweizer Stewardess auf einem Markt gefunden hat und mich kurzerhand auf dem Rückflug mit in die Schweiz genommen hat. Auch wenn ich nun weit weg von der Heimat leben musste, hatte ich mit meinem Frauchen eine gute Freundin gefunden. Leider ist sie Anfang der 90er Jahre an Krebs gestorben. Ich war untröstlich, habe nur noch gekreischt und mir vor lauter Elend selber Federn ausgerissen. Freunde meines Frauchens wussten am Ende nicht mehr, was sie mit mir machen könnten und brachten mich nach Seebach in die Voliere. Dank liebevoller Betreuung hier habe ich mit der Zeit meine Lebensfreude zurückgewonnen, nur mein lädiertes Federnkleid wird sich nie mehr erholen.

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Goffinkakadu "Chico" (Foto: R. Gantenbein, 2012)

Ich möchte euch noch ein bisschen etwas erzählen über meine Artgenossen und wieso man uns überhaupt hier antrifft: Goffinkakadus sind die kleinste Art der Gattung "eigentliche Kakadus". Den Namen hat uns 1863 Otto Finsch gegeben, zum Andenken an seinen Freund Andreas Leopold Goffin.

Unser Gefieder ist grösstenteils schneeweiss, wir haben aber auch einige Stellen mit lachsrosa und gelber Färbung. Wir sind eher scheu, haben wir jedoch Vertrauen gefasst, sind wir auch sehr neugierig und verspielt. Dann kann es auch schon mal recht laut werden und unser kräftiger Schnabel eignet sich hervorragend um alles anzunagen was interessant erscheint und erforscht werden muss. In Wohnnungen finden das leider nicht alle so toll...

Unsere Heimat sind die Wälder und Waldränder auf den Inseln Yamdena und Larat. Die gehören zu den Tanimbar-Insel (Indonesien). Dort ist es meist wunderbar warm, wenn auch sehr feucht. Da wir als lustig und pflegeleicht gelten wurden wir vorallem in den 80er-Jahren massenweise eingefangen und in alle Welt verkauft. Das hat unseren Bestand empfindlich schrumpfen lassen und inzwischen führt uns CITES in die Kategorie "near threatened" (Kurz vor der Bedrohung). 

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Tanimbar-Inseln, Indonesien

Text und Fotos: R. Gantenbein