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"Rocco" ein Gelbkopfamazonen-Männchen (Foto P. Gantenbein, 2013)

In der Voliere leben zur Zeit 4 verschiedene Amazonen. Da sind meine Freundin Mara und ich, Rotkäppchen und Cocco. Wir sind zwar alles Amazonenpapageien, gehören aber alle zu verschiedenen Arten. Davon gibt es nämlich etliche, im Ganzen 31 verschiedene Arten. Damit sind wir die Gattung mit den meisten Arten in der grossen Familie der sogenannt „eigentlichen“ Papageien. Ich z.B. bin eine Gelbkopfamazone und übrigens, mein Name ist Rocco.

Herkunft und Lebensraum

Unsere Heimat ist das riesige Gebiet der tropischen Zonen Mittel- und Südamerikas. Wir sind dort in den Regenwäldern und in den bewaldeten Sumpfgebieten zu finden, aber auch in den Savannen bis hin zu Trockenwäldern und Halbwüsten. Auf den Karibik-Inseln gibt es sogar einige endemische Arten, d.h. Arten die nur dort zu finden sind. Leider sind solche Arten oft auch gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht, da ihr Lebensraum von Menschen „umgenutzt“ wird. Zerstörung des Regenwaldes und der Fang für den Handel tragen ebenfalls dazu bei, dass der Bestand einzelner Arten massiv geschrumpft ist. Einige Arten sind längst unter Schutz gestellt, doch noch immer werden von der einheimischen Bevölkerung solche Tiere gefangen und ins Ausland geschmuggelt, wo dafür immense Preise bezahlt werden.

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Amazonen sind sehr sozial lebende Tiere. Ausgewachsene Tiere sind meist nur als Paar zu beobachten. Die Paare leben aber in losen Gruppen und manchmal auch in grossen Schwärmen zusammen. Auf Futtersuche gehen Amazonen oft in grossen Schwärmen da sie so besser vor Greifvogelangriffen geschützt sind. Wenn allerdings so ein Schwarm dann eine Plantage als Futterplatz aussucht, wird das nicht überall nur Begeisterung auslösen.

Aussehen

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2 Blaukopfamazonen im Parque des Oiseaux, Frankreich (Foto: P. Gantenbein, 2013)

Wir Amazonen gehören zu den mittleren bis grossen Papageien. Unsere kleinste Art ist die Rotspiegelamazone die nur gerade mal 25 cm gross ist. Die grösste Art ist die Kaiseramazone, die etwa doppelt so gross ist.


Charakteristisch für alle Amazonen ist, dass unser Federkleid überwiegend wunderschön grün ist. Grüne Amazonen sind also nicht unreif wir sind so... Zudem haben wir einen eher kurzen runden Schwanz und breite Flügel. Unser Unterschnabel hat Kerben damit wir Nahrung gut festhalten und zerkleinern können. Natürlich haben wir auch unsere Füsse so entwickeln, dass wir damit sehr gut greifen, uns festhalten und zupacken können. Unsere Augen sitzen seitlich am Kopf und können unabhängig voneinander arbeiten. Uns entgeht also nicht das Geringste.

Amazonen als Haustiere

Nach den Graupapageien gehören Amazonen in Europa zu den meistgehaltenen Papageien. Meist sind es Blaustirnamzonen, aber auch Weissstirn- Grünwangen-, Blaukappen-, Gelbwangen-, Gelbscheitel und Müller-Amazonen sind häufig anzutreffen.

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"Rotkäppli" eine Gelbwangenamazone (Foto: P. Gantenbein, 2012)
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"Mara" eine Gelbnackenamazone (Foto: P. Gantenbein, 2013)

Amazonen dürfen nicht unterschätzt werden, es sind sehr anspruchsvolle Haustiere. Diese Papageien haben ein Temperament, dass Samba und Karneval aus Südamerika in der Voliere aufleben lässt. Wenn sie mit „Rufen“ durchstarten, sind lauter als jeder Rasenmäher in der Umgebung.

Man sollte sich vor der Anschaffung bewusst sein, dass die Wohnung nicht ringhörig sein darf und der Vermieter einverstanden ist. Diese Vögel sind intelligent, sie brauchen Beschäftigung, und auch eine Art Erziehung, vergleichbar etwa mit einem grossen Hund. Sonst können sie sich zu „Schreiern“ entwicklen oder auch aggressiv werden und jeder Gang zum Tierarzt wird zum Stress für das Tier und den Besitzer. Was man sich auch immer bewusst sein muss, Papageien können sehr alt werden. Amazonen z.B. 35- 45 Jahre und älter werden.

Wenn man das alles aber beachtet kann so ein Amazonen-Paar sehr viel Freude machen.

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Feriengast "Otto" eine Blaubartamazone (Foto: P. Gantenbein, 2013)

Am aktivsten und auch am ruffreudigsten sind Amazonen übrigens morgens sobald es hell wird bis etwa 10 Uhr und nachmittags ab etwa 16 Uhr bis zum Dunkelwerden. Vor allem „Rotkäppli“ scheint diese Regel in der Voliere eisern einzuhalten. Alle Volierenmitarbeiter können davon ein Lied singen...

Futter

Wir fressen gerne Früchte, Ost und Sämereien, was auch den Menschen gut tun würde. Bekommen wir zu viele „Läckerlis“ (Erdnüsse, Sonnenblumenkerne und Honigstengel) und dazu zuwenig Bewegung werden wir so dick wie ein gemästetes Poulet und sterben viel zu früh an Herzversagen.

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"Cocco" eine Gelbstirnamazone (Foto: P. Gantenbein, 2013)
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"Cocco" eine Gelbstirnamazone (Foto: P. Gantenbein, 2013)
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"Rocco" eine Gelbkopfamazone (Foto: P. Gantenbein, 2013)

Text und Fotos: P. und R. Gantenbein